Donnerstag, 30. März 2017

Interview der Backnanger Kreiszeitung mit KOSM Michael Malcher

(Übernommen von den Seiten Backnanger Kreiszeitung)

Eine Umstrukturierung steht im Raum

Das Interview: Kreisoberschützenmeister Michael Malcher blickt zurück und nach vorne, sieht aber auch viele Aufgaben vor sich

Michael Malcher aus Backnang geht in seine zweite Amtsperiode als Kreisoberschützenmeister. Der 56-Jährige blickt auf seine ersten vier Jahre an der Spitze des Schützenkreises Backnang zurück und erklärt seine Ziele für die kommenden Jahre. Zudem verrät er auch Umstrukturierungen beim Verband, die in nächster Zeit anstehen könnten.



            Blickt zuversichtlich in die Zukunft: Kreisoberschützenmeister Michael Malcher.Foto: E. Layher
          Blickt zuversichtlich in die Zukunft: Kreisoberschützenmeister Michael Malcher.
Foto: E. Layher

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Von Heiko Schmidt : 

Was haben Sie in den vergangenen Jahren als Kreisoberschützenmeister bewegt?

Es war nicht ganz so viel, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Bild des Sportschützen in der Öffentlichkeit zu verbessern war nicht einfach. Wir haben versucht, in der Presse mehr aktiv zu sein. Leider hat mich da der Schriftführer aufgrund seines Studiums und privater Verpflichtungen im Stich gelassen. Vom Sportlichen her läuft es jedoch sehr gut.


Das stimmt. Ich bin stolz darauf, dass wir mit Affalterbach und Karnsberg gleich zwei Bundesligisten in unserem Schützenkreis haben. Sportlich sind wir sehr erfolgreich in Backnang.

Und wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Nachwuchsmangel haben alle Vereine, nicht nur die Schützen. Wenn einmal ein Verein das Glück hat, einen oder zwei junge Menschen zu finden, die dem Schießsport angetan sind, dann ist das wie ein Automatismus. Wenn ein Verein keine Jugendlichen hat, dann hat er auch keine Jugendtrainer und bekommt demzufolge auch keine Jugendlichen.

Sehen Sie dann die Jugendarbeit als besonders wichtiges Thema an?

Ja, die Jugendarbeit ist extrem wichtig. Mann, muss aber beachten, dass bei uns im Schützenkreis in Disziplinen wie zum Beispiel mit dem Kleinkaliber geschossen wird, die in anderen Schützenkreisen nicht so intensiv betrieben werden. Unter anderem ist der Zulauf in Backnang und in Allmersbach am Weinberg riesig. Viele Gastschützen anderer Vereine sind dort aktiv. Das bringt natürlich Geld für den Verein im entsprechenden Maß, was sehr positiv ist.

Welche Hauptthemen sehen Sie für Ihre Arbeit als Kreisoberschützenmeister in den kommenden vier Jahren?

Jetzt müssen wir erst mal schauen, dass wir die Mitgliederzahl so halten. Wir versuchen, auch mehr aktiv in den Gemeinden präsent zu sein. Das ist schwierig für uns als Sportschützen.

Was meinen Sie damit konkret?

Wir haben zum Beispiel mal versucht, für die SG Lautertal bei einem Fest in Sulzbach an der Murr zu werben. Das war schwierig, weil der Bürokratismus schon für das Schießen mit einem eigentlich völlig harmlosen Lasergewehr groß ist. Das sind meistens enorme bürokratische Hürden.

Als Waffensachkundenausbilder beim WSV könnten Sie doch dazu beitragen, dass die Hürden verringert werden.

Das ist richtig. Das ist mir eine große Herzensangelegenheit, die zukünftigen Waffenbesitzer so auszubilden, dass sie wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Eine weitere Idee von mir ist es, einen Sachkundelehrgang für Schreckschusswaffen in Bezug speziell auf Notwehr und Notstand anzubieten.

Bis 2020 sollen wohl die Schützenbezirke oder die Schützenkreise in Württemberg abgeschafft werden. Wissen Sie Genaueres?

Bei einer Verbandstagung wurde dieses Thema aus den 90er-Jahren wieder angesprochen. Das Gleiche ist damals aber aus traditionellen Gründen gescheitert. Die Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange hat dieses Thema wieder aufgegriffen. Es ist aber noch nichts weiter durchgesprochen worden. Man hat uns befragt, um zu schauen, in welche Richtung es gehen könnte. So wie ich es verstanden habe, soll es vielleicht auch einen Schützenverband für ganz Baden-Württemberg geben. Bislang sind es mit Nordbaden, Südbaden und Württemberg drei Verbände.

Welche Meinung haben Sie dazu?

Ob wir deswegen mehr Mitglieder in Zukunft in den Schützenvereinen haben oder mehr Mitglieder in den Schützenmeisterämtern zur Verfügung stehen, wage ich zu bezweifeln. Ich kann es nur aus der Sicht vom Schützenkreis Backnang beurteilen. Da gehen mir die Leute aus, die bereit sind, ihre Freizeit für die anderen Kameraden zu opfern.

Was müsste aus Ihrer Sicht angepackt werden?

Das ist eher die sportliche Seite, um unsere Sportart attraktiver zu machen. Das ist meine persönliche Meinung.

Wäre Ihnen lieber, den Schützenbezirk oder doch den Schützenkreis aufzulösen?

Hier gibt es kein Für oder Wider. Das liegt nicht in meiner Entscheidung. Ich werde dies bis 2020 begleiten. Es macht mir unglaublich viel Spaß. Ich glaube auch, dass ich es als Kreisoberschützenmeister nach meiner Wiederwahl mit 100 Prozent ganz gut mache. Sollten die Bezirke bleiben, dann wird umstrukturiert. Eine Aufgabe beim Bezirk wäre mir zu viel Arbeit, da ich berufstätig bin. Sollten die Schützenkreise bleiben, werden diese dann aufgewertet. Dann hätte ich das gleiche Zeitproblem.